Übersicht
meiner Router- und Serverhardware
01.03.2006
Getestete Komponenten:
Router
Digitus 11004-N
Netgear FVS318
Fli4L mit Software Version 2.07 und 3.01
Server
Longshine NAS LCS-8220
Die Bewertung der folgenden Geräte ist rein subjektiv und soll
keinesfalls eine generelle Geringschätzung der
Herstellerfirmen und deren Produkte darstellen! Das Alles Entscheidende
für mich ist letztlich der Support, die Produktpflege mit
Firmware-Updates, die Stabilität/Funktionalität und
Flexibilität.
Beurteilung mit Schulnoten 1(ausgezeichnet) bis 6(sehr schlecht)
|
Digitus |
Netgear |
Fli4L |
LCS-8220 |
| Preis |
1 |
2 |
1 |
2 |
| Größe |
1 |
1 |
3 |
1 |
| Geräusch |
1 |
1 |
2 |
3 |
| Erwärmung |
2 |
1 |
2 |
2 |
| Stromverbrauch |
1 |
1 |
2 |
1 |
| Installation |
1 |
1 |
3 |
1 |
| Software/Komfort |
3 |
2 |
1 |
2 |
| Hardware/Komfort |
1 |
1 |
1 |
1 |
| Stabilität/Funktion |
4 |
1 |
1 |
1 |
| Support |
1 |
1 |
1 |
1 |
| Flexibilität |
4 |
3 |
1 |
3 |
Digitus 11004-N
Ein kleines, feines Gerätchen, gerade mal so groß
wie 2 Schachteln Zigaretten –zum Schleuderpreis von nur
25€ bei Pollin. Steckernetzteil, Software und
Bedienungsanleitung auf CD werden mitgeliefert. Die beigelegte
Druckversion der Bedienungsanleitung ist aber eher etwas für
die Ablage „P“ wie Papierkorb. Die kleine Schrift
ist auch mit guten Augen nur schwer zu lesen.
Die Installation im LAN ist sehr einfach. Der 4-Port-Switch macht
seinen Dienst sehr ordentlich, ohne Probleme. Der integrierte
USB-Printserver läuft problemlos. Anbindung ans WAN ist
ebenfalls völlig problemlos, Surfen im NET sofort
möglich. Im
normalen Betrieb wird das Gerät handwarm, ein Lüfter
ist nicht eingebaut. Somit arbeitet das Gerät völlig
geräuschlos. Einige Nutzer haben allerdings berichtet, dass
das Gerät bei Erwärmung Ausfälle oder
Instabilitäten zeigt. In meinem Fall konnte ich das nicht
reproduzieren.
Die Firmware zeigt allerdings so einige Macken, obwohl sie scheinbar
vom Hersteller gepflegt wird. Die Oberfläche
ist sehr übersichtlich und in Deutsch gehalten, Konfiguration
des Routers erfolgt über den Web-Browser. Aber selbst
nach Firmware-Update vermisse ich immer noch die ausgewiesene Funktion
des Neustarts und Logouts. Dazu muss man wissen, dass der Router einen
Neustart
macht, wenn man auf der Seite Basiskonfiguration auf
„APPLY“ drückt. Ein Knopf der im
Menü mit „Neustart“ beschriftet ist
wäre sicher sinnvoll, zumal diese Funktion nicht explizit in
der Bedienungsanleitung beschrieben ist. Sehr mager gehalten ist auch
die Seite des Virtuellen Servers. Hier kann man maximal 10
Einträge für das Port-Forwarding machen. Bei einem
4-Port-Switch und vier möglichen Rechnern im LAN kommt man
hier sehr schnell an die Grenzen. Positiv zu werten wäre die
Tatsache, dass man auch exotische Ports frei konfigurieren kann.
Bei der Funktion DynDNS lassen sich drei Dienste auswählen,
DynDNS.org ist auch dabei. Eine freie Konfiguration wäre hier
auch
nicht schlecht. Leider musste ich bei mir feststellen, dass
DynDNS nicht sauber oder nur sehr unzuverlässig
funktioniert , schade!
Eine DMZ-Funktion (Demilitarized Zone) ist ebenfalls konfigurierbar.
Allerdings bezweifle ich, dass es sich in dieser Kategorie von Routern
um eine echte DMZ, die nach den Regeln der Firewall arbeitet, handelt.
Ich gehe davon aus, dass mit DMZ wohl eher ein Exposed Host gemeint ist.
Eine LOG-Funktion fehlt völlig, dürfte aber in dieser
Preisklasse auch nicht zu erwarten sein und wird daher von mir nicht
negativ bewertet.
Wenn man im Menü zu schnell herumspringt, kommt es manchmal
vor, dass der Router total vergisst, wer er ist. Im
günstigsten Falle sind nur die IP-Adresse und das Login auf
Default-Werte gesetzt, schlimmstenfalls sind ALLE Konfigurationen weg!
Mir ist das mehrmals passiert, und das ist mehr als ärgerlich.
Sollte der Router doch mal völlig von der Rolle und nicht mehr
anpingbar sein, dann Stromversorgung trennen und Resettaster an der
Rückseite für eine Minute gedrückt halten.
Danach
sollten zumindest IP-Adresse und Login auf Werkseinstellung sein.
Ein spezieller NTP-Server lässt sich nicht eintragen.
Sehr überzeugend ist der Stromverbrauch. Mit ganzen 0,04A,
P=3W,
S=9VA Netzleistungsaufnahme bei ca. 30% LAN-Last ist der
Digitus
11004-N ein absoluter Zwerg -im positiven Sinne.
Mein Urteil: Für Otto-Normalverbraucher ein gutes und
preiswertes Gerät wenn man auf spezielle Funktionen wie
Portforwarding und DynDNS keinen Wert legt. Es ist nicht
auszuschließen, dass alle oder wenigstens einige der von mir
genannten Mängel in einem der nächsten
Firmware-Updates korrigiert werden. Für mich nur ein sehr
preiswerter Switch und Printserver.
Netgear FVS318
Ein Gerät der gehobenen Klasse. Der Preis ist mit rund
100€ nicht überzogen. Geliefert wird ein schlichtes,
hochwertiges Gerät im Metallgehäuse ohne
Schiggimiggi. Sogar ein Erdungsanschluss und ein Netzschalter auf der
Rückseite sind vorhanden. Den Netzschalter werte ich als
überflüssig, da dieses Gerät mit
Steckernetzteil betrieben wird. Hier hätte ich ein
integriertes Netzteil mit Kaltgeräteeinbaustecker erwartet.
Im normalen Betrieb erwärmt sich das Gerät nicht
merklich, deshalb ist auch kein Lüfter vorgesehen.
Die Installation im LAN ist ein Kinderspiel, die Einrichtung des WAN
ebenfalls, <5Minuten.
Die Konfigurationsoberfläche ist sehr übersichtlich,
allerdings nur in Englisch. Positiv: auf der rechten Seite ist ein
Hilfefenster zum jeweiligen Menüpunkt. Die Menüs sind
meist selbsterklärend, so dass man die Hilfe nicht unbedingt
benötigt. Eine LOG-Funktion ist verfügbar und gut zu
konfigurieren. Allerdings lässt sich das LOG nur an eine
E-Mailadresse oder an einen SYS-Log-Server senden. Ein Export als
.txt-File im LAN wäre angenehm.
Das Portforwarding lässt sich frei konfigurieren und ist somit
sehr flexibel.
Negativ zu werten ist die Einstellung des NTP-Servers. Hier
hat man nur die Möglichkeit, den NTP-Server des Providers zu
nehmen oder die IP-Adresse eines anderen NTP-Dienstes einzutragen.
Domainnamen werden hier nicht zugelassen. Das ist ein Defizit.
DynDNS läuft stabil. Unter "Diagnostics" hat man die
Möglichkeit, IP-Adressen per Ping and Trace und Domainnamen
per
DNS-Lookup im WAN zu verfolgen -ein nützliches Hilfsmittel.
VPN habe ich nicht getestet, ich brauche es (noch) nicht.
Eine DMZ-Funktion ist vorhanden, ist aber explizit als Exposed Host ausgewiesen, was das ganze etwas relativiert.
Der Stromverbrauch ist mit 0,03A, P=4W und S=6VA bei ca 30% LAN-Last
sehr gering. Dauerbetrieb im Heimbereich sollte so kein Problem sein.
Mein Urteil: Wer Wert auf Qualität und Stabilität
ohne großen Konfigurationsaufwand legt ist mit diesem
Gerät bestens bedient. Es ist nicht auszuschließen,
dass alle oder wenigstens einige der von mir genannten Mängel
in einem der nächsten Firmware-Updates korrigiert werden.
Fli4L
Dieser auf Linux basierende Software-Router besticht durch seine
absolute Flexibilität und Stabilität. Als
Hardwarebasis kann fast jeder Schrottrechner ab 80486 verwendet werden.
Er sollte mindestens eine, besser noch zwei Netzwerkkarten (NICs)
aufnehmen können. Ansonsten hat der Nutzer bei der Wahl
völlig freie Hand. Ich habe einen alten Desktop-PC im
Slimline-Gehäuse mit 486DX2 66 und passivem Kühler
sowie 16Mb RAM verwendet. Gesteckt habe ich zwei ISA-Netzwerkkarten
SMC-Ultra. Die LEDs habe ich in der Frontblende montiert. Eine
Festplatte ist für meine Konfiguration mit den
Standard-Optionen
nicht erforderlich.
Eine Diskette mit Linux-Betriebssystem und Routerkonfiguration wird an
einem PC (MAC OS, Linux oder Windows) erstellt. Der Router braucht
somit nur ein Diskettenlaufwerk. Will man größere
Opt-Pakete
installieren, wird man wohl auf eine Festplatte oder CF-Karte am
IDE-Port ausweichen müssen. Absolut nervig ist die
Konfiguration
der config-Dateien der einzelnen Opt-Pakete. Ich habe es mit einem
normalen Texteditor gemacht. Das erfordert schon gute Nerven. Ein Punkt
zuviel, oder ein Komma zu wenig und schon geht nichts. Die Syntax ist
gewöhnungsbedürftig. Aber auch hier sind dem Anwender
kaum
Grenzen gesetzt. Es gibt aber auf der Homepage von Fli4L auch Tools zur
Konfiguration, habe ich aber noch nicht ausprobiert. Aufgrund der
vielen zur Verfügung stehenden Opt-Pakete ist dieser Router
sehr
universell einsetzbar. Ich habe über mehrere Jahre mit der
Version
2.07 und älteren gearbeitet. Der Router ist nicht einmal
abgestürzt. Lediglich zwei mal musste ich eine Netzwerkkarte
wechseln. Nun habe ich die aktuelle Version 3.01 getestet mit den Opts
base, chrony, dsl und DynDNS. Ich bin begeistert. Alle Opts
funktionierten auf Schlag perfekt! Auf einem Rechner im LAN kan man
einen Client namens Imonc zur Überwachung, Fernsteuerung und
Administration des Routers installieren -genial!
Allerdings schlägt der Stromverbrauch mit 0,14A, P=20W und
S=35VA
(in meinem Falle) etwas mehr zu Buche als bei einer Hardware-Variante.
Die Werte sind natürlich vom verwendeten Rechner
abhängig.
Mein Rechner wird allerhöchstens handwarm und nur im
Hochsommer
meldet sich mal der Netzteillüfter.
Fazit: Wenn man Fli4l erstmal lieb gewonnen hat, dann kann man wohl
kaum davon lassen. Die Entwicklung immer neuer Versionen und Optionen
scheint garantiert zu sein. Ich kann jetzt noch nicht sagen, ob ich
nicht doch irgendwann den Netgear gegen Fli4l wieder austausche.....mal
sehn.
Longshine LCS-8220
Beim Longshine LCS-8220 handelt es sich um ein NAS (Network Attached Storage),
vereinfacht gesagt: einer Festplatte mit Netzwerkanbindung. Einbauen
lassen sich 3,5" ATA133-Festplatten bis 400GB. Nachteilig ist, dass
sich die Festplatte nicht in einen Sleep-Modus versetzen
lässt,
ähnlich wie bei einem PC. So ist sie faktisch ein Dauerrenner.
Wie
lange meine Platte das aushält bleibt abzuwarten. Allein aus
diesem Grunde würde ich dieses NAS nie für Back-ups
empfehlen. Zusätzlich macht die Platte ja auch noch
Geräusche. Abhilfe könnte der Einsatz einer 2,5"
Platte aus
einem Notebook bringen. In wie weit CF-Karten am IDE-Port
unterstützt werden weiss ich nicht. Aus meiner Sicht
würde
das wegen der Speichergröße aber wenig Sinn machen.
Formatiert wird die Platte im NAS mit dem EXT3-Format. Also einfach mal
ausbauen und im Windows-Rechner auslesen funktioniert nicht ;-)
Der größte Nachteil ist eigentlich der
Lüfter -der
nervt gewaltig. Erste Amtshandlung meinerseits: Gehäuse auf,
den
5V-Lüfter raus, 12V-Papst rein und über eine
einstellbare
automatische Temperaturregelung an die 12V angeschlossen. Nachdem ich
dem Gehäuse noch vier Gummifüße spendiert
habe war Ruhe
im Schiff!
Das Gehäuse ist stabil, teilweise aus Metall, Betrieb
über
externes Netzteil. Als Anschlüsse an der Rückseite
sind nur
die Stromversorgung und die LAN-Buchse vorgesehen. Auch an der Frontplatte kein
überflüssiges Gedösel -Netztaster, Power-,
LAN- und
HD-Lampe. Bei normalem Betrieb wird das Gerät
höchstens
handwarm. Der Stromverbrauch liegt mit 0,08A, P=9W und S=18VA ohne
Festplattenzugriff absolut im grünen Bereich.
Installation wieder über den WEB-Browser, wirklich sehr
einfach
und übersichtlich. Oberfläche in Englisch.
Implementiert ist
ein WEB-Server für eine WEB-Seite, FTP-Server auf den max 5
externe Zugriffe gleichzeitig möglich sind und ein
BitTorrent-Client.
Anlegen von Ordnern mit Rechtevergabe problemlos möglich. Das
NAS
unterstützt 13 DynDNS-Anbieter. MAC- und IP-Filter lassen sich
einstellen. NTP wird unterstützt. BitTorrent-Einstellungen
habe
ich nicht getestet, brauche ich nicht.
Aber auch bei diesem Gerät ist es mir schon einmal passiert,
dass
nichts mehr ging. Kein Remote-Access, kein Ping, nichts. Deshalb gilt
dann auch hier: Gerät ausschalten, Resettaster
drücken,
gedrückt halten, Stromversorgung abziehen und Taster
mindestens
eine Minute gedrückt halten. Danach sind zwar alle
administrativen
Einstellungen weg, aber der Zugriff ist wieder da.
Einen sehr guten Support gibts im Longshine-Forum, das Anmelden ist
etwas nervig und dauert recht lange. Firmware-Updates gibt es
regelmässig.
Fazit: Ein gutes Teil für runde 100€ (ohne
Festplatte).
Wäre super, wenn davon mal eine Version mit RAID auf den Markt
kommt.

Oben ein Arbeitsplatzrechner, darunter links der Digitus 11004-N,
darunter der Netgear FVS318, rechts daneben Longshine LCS-8220. Darunter
befindet sich ein alter 19"-Switch. Den Job übernehmen jetzt
Digitus und Netgear. Unten auf dem Fußboden mein Fli4L-Router
in
Lauerstellung. Vielleicht kommt er ja mal wieder in die obere Ebene :-)
Seite
zurück