An dieser Stelle möchte ich einige natürliche
Strahlungsquellen vorstellen, die für kleine Experimente
durchaus
sinnvoll sein können. Es sollte aber mit den unten
angeführten Mineralien und Stoffen die Schmerzgrenze
für das
"Heimlabor" erreicht sein. Andere Aktivitäten sind
für kleine
Experimente nicht notwendig und auch von der Gefahr her nicht zu
verantworten!
Dennoch bergen die u.a. Stoffe ebenfalls genügend
Gefahrenpotential und ich möchte es nicht
versäumen, darauf hinzuweisen.
Generell gilt für alle strahlenden Minerale, dass sie in jedem
Fall sicher vor unbefugtem Zugriff und vor allem für Kinder
unzugänglich untergebracht sind. Viele Minerale bilden
Stäube, deren Inhalation oder Inkorporation ernsthafte
Schäden zur Folgen haben kann! Auch Abrieb dieser Mineralien
kann
an den Händen haften bleiben. Darum sollte man offene Minerale
nur
mit Latex-Handschuhen anfassen und ggf. einen Mundschutz tragen. Dass
essen und trinken bei solchen Arbeiten tabu sind und die Hände
danach gründlich gewaschen werden, sollte
selbstverständlich
und logisch sein. Auch die Werkzeuge werden nach Benutzung abgewaschen.
Werkzeuge und Arbeitsplatz sollten auch mit einem guten
Kontaminationsmesser nach getaner Arbeit untersucht werden.
Logisch dürfte und sollte auch sein, dass man nicht Unmengen
an radioaktiven Mineralien hortet. Man muss sich
vor
der Anschaffung überlegen, wie man diese Sachen unterbringt.
Kleinere Stücken Pechblende (z.B. 4x Streichholzkopf) kann man
einfach in einer Sammlerdose (am besten in einer abgeschlossenen
Vitrine) lagern. Größere Stücken
müssen dann
sinnvoller Weise schon in einem Bleibehälter gelagert werden.
Dass
man sowas nicht ins Schlafzimmer, Kinderzimmer oder in die
Küche stellt, sollte auch klar sein. Abstand ist der beste Strahlenschutz!
Uraninit, z.B. besteht im Schnitt
zu 88% aus
Uran, welches wiederum zu 99,3%
aus
238U und zu 0,7%
235U
besteht. Beides sind
α-Strahler und diese α-Strahlung
lässt sich schon mit einem Blatt Papier, besser aber noch mit
einer Acrylglasplatte abschirmen.
Selbst die Hautschuppen bilden schon einen guten Schutz. Dennoch birgt die α-Strahlung
eine enorme Gefahr, da die Reichweite zwar wesentlich geringer ist und
nur im Bereich einiger cm liegt, aber dafür ist sie energetisch
gesehen deutlich höher angesiedelt als z.B. die Gamma-Strahlung
und die biologische Wirksamkeit in lebendem Gewebe ist somit um den Faktor 20 höher als bei Gamma-Strahlung. Das heißt: Höherer Energieumsatz auf kleinerem Raum. Darum sind α-Strahler so gefährlich beim Verschlucken oder Einatmen.
Aber jede Korpuskularstrahlung - und dazu
zählt die
α- und
β-Strahlung - hat i.d.R.
eine Gamma-Emission zur Folge, die
aus
dem angeregten Zustand des Kerns nach
einem Zerfall resultiert. Dieser
Energieüberschuss wird in Form von Gamma-Quanten
abgegeben.
Und diese müssen wir halt mit Blei abschirmen. Die weiter
unten
beschriebenen, etwas größeren Stücke lagere
ich in
einem Bleibehälter mit gut 2cm Wandstärke.
Unabdingbar ist auch eine Beschriftung, zumindest mit dem Hinweis auf
die Radioaktivität. Ich will ja nichts beschwören,
aber es
kann ja doch mal sein, dass man auf die Schnelle den Löffel
abgibt. Dann tappt der Nachlassverwalter nicht im Dunklen und verstreut
das Zeug womöglich noch als Erbmasse unter den Leuten.
Hier noch einige interessante Links zum Thema:
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Um wirklich einfache Experimente zu machen und vielleicht
mal einen
Geigerzähler zu testen, reicht schon Pottasche aus. Pottasche gibt es
in jedem Supermarkt für ein paar Cent und enthält das
natürliche Isotop 40K. Die
Aktivität ist nicht berauschend, hebt sich aber deutlich vom Nulleffekt
ab. Damit kann man schon was anfangen. Besondere
Schutzmaßnahmen
sind hier wg. dem recht geringen Anteil von 0,012% 40K
am Gesamtgewicht nicht notwendig. Außerdem nimmt man es ja
normalerweise zum Backen. :-)
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Irgendwann
hatte ich mal
das Glück, auf einem Flohmarkt ein paar alte Glühstrümpfe
für Petroleumlampen zu ergattern. Das ist ein mit
Thoriumnitrat
getränktes Stoffnetz zur Verstärkung der
Leuchtkraft.
Mittlerweile ist die Herstellung und der Import solcher radioaktiven
Glühstrümpfe in Deutschland verboten. Hin und wieder
findet
man sowas aber noch in alten Gas- oder Petroleumlampen.
So ein Glühstrumpf ist hervorragend als Prüfstrahler
geeignet.
Damit ich beim Hantieren mit diesem Glühstrumpf das
Thorium
nicht
immer an den Händen habe, steckte ich einen solchen Strumpf in
ein
kleines Plastikröhrchen und verklebte es. Vorher habe ich an
der
Unterseite den Plastikkörper etwas plan angefeilt, so dass er
an
einer kleinen Stelle nur noch hauchdünn war (Dichtigkeit mit
wasser getestet). Danach habe ich den Strumpf ins
Röhrchen
gesteckt und mit Kleber versiegelt. So kann man recht gefahrlos damit
hantieren, ohne sich immer wieder Handschuhe anziehen zu
müssen.

Im rechten Röhrchen ist der Glühstrumpf zu
sehen. Als
eine
meiner letzten Auktionen bei EBAY (mittlerweile kaufe ich nur noch bei HOOD)
habe ich ein winziges Stück Uraninit
(Pechblende) erworben. Diesen Krümel habe ich auf die gleiche
Weise im linken Röhrchen untergebracht. Damit kann man nun
schon
etwas anfangen und auch mal eine Nebelkammer testen. Das gibt sehr
schöne Spuren von α-
und β-
Teilchen. 235U und 238U sind α-Strahler.
Die Zerfallsprodukte können aber auch β-
Strahlung abgeben.
Auf dem linken Bild sind nochmal
Prüfstrahler mit 2x
Uraninit und 1x Uranocircit zu sehen. So wie auf dem rechten Bild sind
diese Strahler vernünftig gelagert. Der massive
Bleibehälter
bietet guten mechanischen Schutz und einen völlig
ausreichenden
Schutz gegen die Strahlung. Beschriftung nicht vergessen!
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Ebenfalls
bei
HOOD habe ich dieses
Stück Uraninit (Pechblende) auf rotem Schiefer erworben. Es
stammt
lt. Beschreibung aus dem Schacht 371 bei Hartenstein. Ich finde dieses
Stück so interessant weil sich die Pechblende hier sehr
schön
als Blasenerz zeigt. Diese Form der Pechblende ist mechanisch recht
stabil und bildet ohne mechanische Belastung nur wenige bis keine
Stäube oder Abrieb.
Weitere Links hier und hier.
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Ein
weiteres, sehr
schönes
Stück, Pechblende auf Dolomit (Schacht 38 Bad Schlema) habe
ich
ebenfalls bei HOOD erworben. Nur war das Stück etwa
faustgroß, so dass ich es brechen musste. Dazu habe ich es in
2 -
3 Kleine Plastiktüten gelegt und mit einem großen
Hammer und
einem kräftigen Schlag geteilt. Die Spuren der Pechblende
liegen
hier aber nicht als festes Blasenerz vor, sondern als
bröselige
und krümlige bis staubige Masse. Darum ist diese Form der
Pechblende für Versuche nicht geeignet. Also Vorsicht!
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Als
letztes
schönes Stück habe ich bei HOOD einen stattlichen
Brocken Uranocircit auf Baryt
(BergenVogtl./Sachsen) ersteigert. Die Eigenschaft des Fluoreszierens
faszinierte mich derart, dass ich da nicht widerstehen konnte.
Allerdings ist auch Uranocircit mechanisch nicht belastbar und bildet
schnell Stäube und Abrieb! Für Versuche nur gekapselt
geeignet.
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